Sorbitintoleranz

Sorbitintoleranz

Sorbit (Synonyme: Sorbitol, Glucitol) ist ein Zuckeralkohol und Zuckeraustauschstoff, der aus Glucose gewonnen wird und ca. 60 % dessen Süßkraft besitzt. Er wird in der Leber zu Fructose umgewandelt und kann insulinunabhängig verwertet werden. Diese Eigenschaft macht Sorbit zu einem geeigneten Süßstoff für Diabetiker. Er kommt aber auch natürlicherweise in vielen Früchten und Dörrobst/Trockenfrüchten vor.

Ab einer gewissen Menge (20 bis 50 Gramm pro Tag) ist Sorbit für jeden Menschen unverträglich, weil die Aufnahmekapazität für den Zuckeralkohol im Dünndarm begrenzt ist. Manche Menschen reagieren zum Beispiel ab 15 Gramm Sorbit pro Tag mit Unverträglichkeitssymptomen, andere dagegen schon ab fünf Gramm pro Tag.

Ursache

Wenn Sorbit (Sorbitol) im Dünndarm nicht oder nur unvollständig verwertet wird, gelangt der Zuckeralkohol weiter in den Dickdarm, wo er von den hier angesiedelten Bakterien verstoffwechselt wird. Dabei entstehen Gase und Abfallprodukte, die zu Verdauungsbeschwerden führen.

Diagnose: H2-Atemtest

Der Sorbitintoleranz-Test ist ein sogenannter H2-Atemtest (Sorbit-H2-Atemtest; H2-Exhalationsatemtest; Wasserstoff-Atemtest; Wasserstoff-Exhalationstest). Durch den Kohlenhydratabbau im Dickdarm entsteht ein molekularer Wasserstoff (H2), der über die Blutbahn in die Lunge gelangt und abgeatmet wird. Die Wasserstoff-Produktion durch die Bakterien steigt, wenn die Abbaumechanismen für Kohlenhydrate wie z. B. für Sorbit ineffizient sind. Die Konzentration des Wasserstoffs in der Atemluft korreliert mit der Menge des nicht verstoffwechselten Sorbits und kann gemessen werden. 

Symptome:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Aufstoßen

Hohe Mengen sind als Zuckeraustauschstoff und Feuchthaltemittel enthalten in:

  • Senf
  • Mayonnaise
  • Ketchup
  • Fertigsoßen
  • Dörrobst und Trockenfrüchten
  • Light-Produkten u. Diabetiker-Produkten
  • Toastbrot, Biskuit, Backmischungen
  • Kaugummi
  • Zahnpasta
  • Trägerstoff in der Pharmaindustrie (insbes. Brausetabletten), Kosmetik

Sorbit wird auch industriell hergestellt und darf als Lebensmittelzusatzstoff E420 in beliebig hoher Menge bestimmten Lebensmitteln zugegeben werden!

Wenig Sorbit ist enthalten in:

  • Zitronen
  • Orangen
  • Mandarinen
  • Bananen
  • Kiwi
  • Ananas

Achtung: Oft geht eine Sorbitunverträglichkeit mit einer Fruktoseintoleranz einher: Einerseits hemmt Sorbit die Aufnahme von Fruchtzucker in den Körper zusätzlich; andererseits wird Sorbit im Körper in Fruchtzucker umgewandelt!

Bei einer Sorbitunverträglichkeit sollte man auch Produkte meiden, die andere Zuckeraustauschstoffe enthalten wie Mannit, Isomaltit, Maltit und Laktit. Sie können ebenfalls Blähungen und Durchfall auslösen.

Therapie

Die Symptome einer Sorbitunverträglichkeit lassen sich nur dadurch vermeiden, dass man kein oder nur so viel Sorbit, wie man persönlich verträgt, zu sich nimmt. Dabei kann es hilfreich sein, wenn man nach der Diagnosestellung zuerst einige Zeit möglichst ganz auf sorbithaltige Produkte verzichtet, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Im Anschluss daran wird langsam die persönliche Toleranzgrenze an Sorbit ausgetestet, indem zuerst kleine und dann steigende Mengen an sorbithaltigen Lebensmitteln verzehrt werden.

3 Phasen der Behandlung (jew. 4 Wochen):

  1. Eliminationsdiät (sorbitfreie Phase)
  2. Sorbitarme Phase
  3. sorbithaltige Phase gleichmäßig über den Tag verteilt

Habt Ihr Fragen zu einer Ernährung bei Sorbitintoleranz? Ich biete Euch kompetente Unterstützung und begleite Euch durch die 3 Phasen mit entsprechenden Ernährungsplänen und geeigneten Rezepten!