Die beste selbstgemachte Schokolade

Die beste selbstgemachte Schokolade

Hand aufs Herz – jeder doch hat ein „Laster“ in seinem Leben, oder? Bei mir ist es ganz klar Schokolade… Ich könnte nie ohne! Umso wichtiger ist es mir, dass ich auf gute Qualität achte und nicht zu konventionellen Produkten greife, die mit haufenweise Zucker alles andere als gesund sind! Was gibt es also besseres, als die geliebte Schokolade einfach selbst herzustellen?! Es ist alles andere als kompliztiert und an gute Kakaobutter in Rohkostqualität kommt man mittlerweile auch problemlos, z.B. hier*.

Kakao ist nicht gleich Kakao

Wie gesagt, in der überall erhältlichen Industrieschokolade ist nicht mehr viel von den wertvollen Substanzen der ursprünglichen Kakaobohne enthalten. Die meisten ihrer Qualitäten kann man dann nutzen, wenn man die Kakaobohnen in ihrer natürlichen, rohen Form zu sich nimmt. Denn wenn Kakaobohnen stark erhitzt, behandelt, chemisch verarbeitet und mit Milchprodukten vermengt werden, verlieren sie ihre Nährstoffqualitäten und die psychoaktive Wirkung als ausgezeichnete Gehirnnahrung. Auch weitere Wirkungen von roher Schokolade werden durch das starke Erhitzen (>120°C) gemindert oder völlig aufgehoben, so die antioxidative, die aphrodisierende und die stimmungsaufhellende Wirkung.

Industrielle Schokolade wird größtenteils aus einer Mixtur von alkalisiertem Kakaopulver, Kakaobutter, Sojalicithin, Vanilleextrakt und raffiniertem weißen Zucker hergestellt. Milchschokolade enthält zudem pulverisiertes Milchextrakt, welches die antioxidative Wirkung blockt und eine hohe Anzahl von Pestiziden und künstlichen Hormonen enthält. Bei dem Erhitzungsvorgang auf >42°C gehen außerdem die wertvollen Enzyme gänzlich verloren. Zurück bleibt die „ungesunde Nascherei“, obwohl die Kakaobohne im ursprünglichen Zustand so viel gutes zu bieten hat!

Kakaobohnen sind die wohl am meisten verehrten Früchte des Regenwaldes. Ihre medizinischen Eigenschaften sind die komplexesten aller Früchte des Amazonasgebiets. Wissenschaftler stellten fest, dass die Kakaofrucht rund 1.200 verschiedene wesentliche chemische Bestandteile enthält. Diese Komplexität kommt schon beinahe einem Wunder gleich und ist der Grund dafür, dass Schokolade wahrscheinlich niemals synthetisch nachgeahmt werden kann – Gott sei Dank!

Das Geschmackserlebnis bei einer rohen Kakaobohne ist beinahe so komplex wie ihr Wirkstoffgehalt. Beim Probieren einer rohen Bohne schmeckt diese zunächst ein wenig trocken, die leichte Süße und der Geschmack von natürlichem Öl breiten sich aus und leichte Bitterstoffe sowie ein dezenter Hauch von gutem Essig geben der knackig-cremigen Substanz ihre Note.

Wesentliche Inhaltsstoffe & Wirkstoffe:

Ein kleiner Einblick in ein paar der rund 1.200 Inhaltsstoffe einer Kakaobohne:

  • Alanin, Arginin, Isoleucin, Glycin – Aminosäuren zur Bildung von Proteinen
  • Beta-Sisterol – senkt den Blutcholesterinspiegel
  • Kalzium – zur Bildung der Knochen, Unterstützung der Blutgerinnung
  • Katalase – Enzym zum Abbau von Zellgiften
  • Chloride – Bedeutung für das Säure-Basen-Gleichgewicht
  • Chromium – erhöht die Fettverbrennung und senkt den Blutzuckerspiegel
  • Kupfel – antibakteriell
  • Dopamin – Glückshormon
  • Magnesium – aktiviert die Enzyme
  • Niacin – B-Vitamin für gute Herzfunktion u. Nervensystem
  • Pektin – senkt das LDL-Cholesterin
  • Polyphenole – Antioxidantien mit entzündungshemmender Wirkung
  • Serotonin – Wohlfühlhormon
  • Tryptophan – essentielle Aminosäure, fördert gesunden Schlaf
  • Tyrosin – stimmungsaufhellende Wirkung
  • Valin – essentielle Aminosäure – unterstützt die Energiegewinnung in der Muskulatur

Die Grundzutaten aus der Kakaofrucht:

1.) rohe Kakaobohnen

Die Kakaobohne ist vielseitig in ihren Farben und Größen und jede Art hat ihre ganz eigene Ausprägung im Geschmack. Einige sind dunkelbraun, andere hellbraun, manche lila oder weiß. Sie werden mit Haut und in geschälter Form angeboten. Die Haut schmeckt etwas bitter. Es gibt auch Varianten zu kaufen, die noch mit Resten des Fruchtmarks umhüllt sind.

2.) rohe Kakaonibs

Rohe Kakaonibs sind kleine, 2 – 3 mm große Stückchen der rohen Kakaobohne, die wunderbar auf der Zunge zergehen und sich gut dafür eignen, sie in einen Obstsalat, in Smoothies oder als Topping von z.B. nICEcream zu geben. Kakaonibs sind Bruch von ganzen Kakaobohnen und deswegen meist auch ein paar Euro günstiger als die ganze Bohne.

3.) rohes Kakaopulver

Roher Kakao gehört zu den wertvollsten und vitalstoffreichsten Lebensmitteln. Allerdings gilt dies nur für rohen Kakao, in dem die wichtigen Mineral- und Pflanzenstoffe voll erhalten bleiben, während bei herkömmlichem Kakao durch den Verarbeitungsprozess viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren gegangen sind. Nachdem die Kakaobohne sanft zermahlen wurde, wird die flüssige Kakaomasse herausgepresst, und es bleibt das Kakaopulver zurück.

4.) Kakaoliquor

Das weitere Kakaoprodukt, das beim Zermahlen der Kakaobohnen entsteht, ist der Kakaoliquor. Die austretende, flüssige Kakaobutter wird mit dem Kakaobruch vermischt, wodurch der sog. Kakaoliquor entsteht. Dieser ist eine zähe Masse, die zur Herstellung von Schokolade verwendet werden kann. Er ist aber auch an sich schon ein außerordentlich reichhaltiges Schokoaldenprodukt. Er kann geschmolzen und mit anderen Superfoods zu Schokoladenkreationen verarbeitet werden.

5.) rohe Kakaobutter

Der Bestandteil, der bei der Herstellung von Kakaopulver austritt, ist die Kakaobutter. Diese ist in ihrer besten Qualität immer kalt gepresst. Kakaobutter hat ein starkes Schokoladenaroma. Sie ist weiß bis zartgelb und kann für die Herstellung von Schokolade oder auch Pflegeprodukten verwendet werden. Die wertvolle Kakaobutter schmilzt bereits bei Körpertemperatur und wird dann zu Kakaoöl.

Bio, Fair-Trade und Nachhaltigkeit

Trotz der vielen positiven Eigenschaften von Rohkakao sollte man den ökologischen Fußabdruck nicht außer Acht lassen. Mehrere Tausend Kilometer mit dem Flugzeug oder dem Frachtschiff muss der gute Rohstoff zurücklegen, um bei uns zu landen. Nicht selten erhalten die Bauern nur einen minimalen Bruchteil des Umsatzes, obwohl sie den Anbau & die Ernte der Kakaobohnen unter schweren Bedingungen vornehmen. Ich empfehle deshalb unbedingt, auf Kakaoprodukte zu achten, die das „fair-trade“-Label tragen, welches eine gute Bezahlung der Bauern garantiert, die Arbeit der Kleinbauern unterstützt und Kinderarbeit ausschließt. Wie bei allen Lebensmitteln sollte auch der gekaufte Kakao Bioqualität aufweisen. Kakao & Schokolade sind und bleiben etwas ganz besonderes, nicht nur in Bezug auf ihren Geschmack, sondern auch auf ihre Wirkung und Herstellung. Ein bewusster Konsum und die Bereitschaft, lieber etwas mehr für gute Qualität auszugeben, sind deshalb unumgänglich!


Rezept: Schoko-Nuss-Pralinen

Die Menge dieses Rezeptes ist ausreichend für zwei Pralinenförmchen mit Platz für insgesamt 30 Pralinen:

  • 100 g Kakaobutter (Rohkostqualität)
  • 50 g Haselnussmus
  • 50 g Süßungsmittel, z.B. Dattelpaste oder Ahornsirup
  • 3 EL Kakaopulver (Rohkostqualität)
  • 1/2 TL Vanille
  • 30 Haselnüsse, evtl. geröstet für mehr Aroma

Die Kakaobutter sanft schmelzen (max. 42°C!) und mit den übrigen Zutaten vermengen, bis sich alles aufgelöst hat.

Für 2 Minuten stehen lassen, dann nochmal durchrühren und die flüssige Schokolade in die Silikonförmchen füllen.

Je eine Haselnuss hineindrücken und im Kühlschrank fest werden lassen.

mmmhhh! So soll echte Schokolade schmecken!
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Anja

Ernährungs- und Gesundheitscoach, Yoga- und Fitnesslover sowie Travel-Addicted

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