3 Übernachtungen im Zelt verbrachten wir in den Simien Mountains und wanderten an 4 Tagen durch die atemberaubende Landschaft!

Tag 1:

Der Park wurde aufgrund seiner einzigartigen Landschaft und seines endemischen Tierlebens von der UNESCO 1996 zum Weltnaturerbe erklärt. Die eindrucksvolle Berglandschaft mit über 4.500 Meter hohen Bergen ist Heimat etlicher Tier- und Pflanzenarten, wie dem äthiopischen Wolf und dem Simien Fuchs. Gleich am Anfang kreuzten wir zahlreiche, frei lebende Blutbrustpaviane, die ausgelassen umhertollten.

Besonders schön ist der unvorstellbar weite Ausblick auf die Berglandschaft, wenn sich die Sonnenstrahlen daran spiegeln und das Bild in tausend verschiedene Facetten taucht.

Bemerkenswert ist der Duft von frischem Thymian, den man permanent wahrnehmen kann. Wie ein Teppich zog sich dieser den kompletten Weg bis in unser Camp (ca. 3 Stunden) hindurch. Wir sahen viele neue Pflanzenarten, wie eine Kakteen- Art, aus deren Blätter spitze Stacheln nach oben reckten, eine nicht essbare Form der Tomatengattung, die als Waschmittel und Gel zur Wundpflege dient sowie Iris und Wildrosen, die am Weg entlang blühten.

Unser erstes Camp befand sich in Sankaber auf 3.250 Meter Höhe. Dort wurde Thymian- und Ingwertee serviert und das Abendessen in Form von Gemüsesuppe und Spaghetti in stimmungsvoller Lagerfeuer-Atmosphäre. Dick eingepackt im Zwiebellook, krochen wir in die Schlafsäcke und verbrachten die erste Nacht hoch in den Bergen bei 1°C – 5°C in kleinen gemütlichen Zelten.

Tag 2:

Nach einer kalten Nacht geht es nach einem stärkenden Frühstück mit warmen Porridge und Kaffee weiter Richtung Geech.

Beeindruckend war der 530 Meter hohe Wasserfall, den wir während einer Pause bei Aimetre bestaunen konnten. Insgesamt gibt es in den Simien Bergen in der Regenzeit verständlicherweise weit mehrere Wasserfälle als in der Trockenzeit. Deshalb freuen wir uns umso mehr, diesen besonderen Wasserfall in der Trockenzeit vorzufinden.

Wir kletterten einige Male direkt am Abgrund, was die Schwindelfreiheit bei einigen ganz schön herausforderte.

Auf dem Weg fanden sich wieder viele Pflanzenarten wie Lavendel, Spargel, Johanniskraut, Fenchel und Aloe Vera!

Die Höhe macht sich bei uns nun in Form von Kopfschmerzen bemerkbar! Es ist überwiegend sonnig und die Wanderung dadurch mit kurzer Kleidung zu bewältigen. Durch den ständigen Wechsel von Auf- und Abstieg kommt man ziemlich ins Schwitzen und der sanfte kühle Ostwind und die mystisch wirkenden Nebenbänke, die uns von Zeit zu Zeit einholen, bieten eine willkommene Abkühlung.

Nachdem wir den Jiumbar Fluss überquert hatten, sind wir nach einer 5 1/2 stündigen Wanderung im Geech Camp auf 3.600 Meter angekommen.

Nachts wird es seeeehr kalt! Denkt daher unbedingt an warme Kleidung, Isomatte und Schlafsäcke, die sich für Minusgrade eignen.

Tag 3:

In der Nacht hatte es Minusgrade und als wir aus den Zelten krochen noch Bodenfrost! Nach einem wärmenden Frühstück brachen wir auf zu einer 8stündigen Wandertour mit grandiosen Ausblicken auf die Simien Berge. Auf einem Gipfel in 3.926m Höhe genossen wir unsere Sandwiches während der Mittagspause mit einer spektakulären Aussicht. Von hier aus schienen die Schluchten, Bergketten und Täler unter uns schier endlos zu sein.

Der nächste Aussichtspunkt lag auf 4.070m im Innateye Tal. Von dort aus konnten wir Antilopen beobachten, die im Tal grasten. Immer wieder kamen wir an Babboons und Pavianen vorbei, die sich von unserer Anwesenheit nicht stören ließen.

Der Abstieg ins Tal Chenek zu unserem Camp gestaltete sich zweigeteilt: Die eine Seite war hell und sonnig, die andere von dichtem Nebel bedeckt. Immer wieder schien uns die Nebelbank zu versuchen, einzuholen, und im Minutentakt bot sich ein anderes Bild.

Abends im Camp war die Aufregung groß, da wir in nicht allzu weiter Ferne Wölfe beobachten konnten. Nachts schlichen die Wölfe sogar in unserem Camp umher. Der Simien Wolf wurde bis in den 50er Jahren wegen einer angeblichen Heilwirkung seines Felles gejagt und war dadurch fast ausgestorben. Mittlerweile leben in den Simien Bergen wieder etwa 80 Stück und in ganz Äthiopien ca. 400 Wölfe. Die Jagd auf den Wolf ist streng verboten und auf die Tötung des Tieres wird eine Gefängnisstrafe von 10 Jahren verhängt.

Abendstimmung: Die letzte Nacht in den Simien Mountaions bricht an

Tag 4:

Die letzte Wanderung steht uns bevor: 800 Höhenmeter geht es auf 4.430 auf den Gipfel des Berges „Buwahit“. Auf dem Weg dorthin halten wir Ausschau nach dem äthiopischen Steinbock „Walie“ und haben tatsächlich Glück: Wir sehen nicht nur einen, sondern gleich ein ganzes Rudel! Insgesamt 15 der streng geschützten Tiere können wir nur wenige Meter entfernt von uns zählen. Die Steinböcke, von denen es nur noch 700 – 800 Stück gibt, leben ausschließlich hier in den Simien Mountains.

Der Aufstieg gestaltet sich gar nicht so schwer und nach knapp 2 1/2 Stunden sind wir oben. Was für ein herrlicher Ausblick! Das Wetter ist auf unserer Seite und wir haben 360°C freie Sicht in die umliegenden Täler.

Geschafft! 4.430m

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