In der 3,7 Millionen Hauptstadt Ethiopiens angekommen, ging es mit dem Taxi etwa 30 Minuten durch Addis zu unserem Hotel „North Addis International“ mit einem kurzen Zwischenstopp in einer urigen, in 1950 gegründeten familiengeführten Kaffeerösterei namens „Tomoca“, in der wir unseren ersten äthiopischen Kaffee verkosten konnten (ca. 70 Cent).

Zum Mittagessen ging es weiter ins Lucy´s, direkt neben dem äthiopischen Nationalmuseum. Es ist relativ touristisch, vor allem wegen der Preise (etwa 12 € für das Mittagsmenü), aber die Portionen waren sehr groß und schmeckten köstlich. Das Lucy´s ist nett angelegt in einem grün bewachsenen Hinterhof, der an einen Dschungel erinnern lässt.

Definitiv lohnenswert ist ein Besuch des nebenan gelegenen Nationalmuseums. Dort befinden sich u.a. die Überreste der sog. Lucy – ein Skelett, welches in den 1970er Jahren gefunden wurde und 3,2 Millionen Jahre alt ist! Damit ist es weltweit der älteste Fund menschlicher Überreste.

Äthiopien wird als „Country of Origins“ bezeichnet, da es nie kolonialisiert wurde und viele Rohstoffe dort ihren Ursprung haben: Allen voran der Kaffee, gefolgt von Teff, einer Art Hirse (bei uns auch bekannt als Zwerghirse), einer ölhaltigen Blume, die mit den Sonnenblumen verwandt ist und aus welcher Speiseöl erzeugt wird, sowie einer sog. „Fake-Banane“, von welcher nach einer längeren Trockenperiode auch die Wurzeln gegessen werden.

Mit 65% bilden die orthodoxen Christen in Äthiopien die Mehrheit. 30% sind Muslime und die restlichen 5% andere Religionen. Ein Gottesdienst dauert in Äthiopien 3 Stunden, weshalb es für die Kirchenbesucher sog. Holzstützen („Prayer-Stocks“) gibt, an die man sich lehnen kann. Übrigens wird in Äthiopien insgesamt 200 Tage lang gefastet. Während dieser Zeit gibt es keine tierischen Produkte. Diese Zeit umfasst eine längere Periode vor Weihnachten und Ostern, sowie jeden Mittwoch und Freitag.

Sehenswert ist außerdem der sog. Mercato. Dies ist der größte, öffentlich zugängliche Markt in Afrika! Für uns Deutsche mit den gewohnten strukturierten Abläufen und den gut sortierten, modernisierten Geschäften, ist das quirlige Treiben ein echtes Erlebnis. Der Markt ist riesig, absolut chaotisch und man bekommt dennoch ALLES: Egal ob Teppiche, Kleider, Styropor-Isolierplatten, Matratzen oder Lebensmittel, Gewürze, Tiere (tod oder lebendig) sowie allerlei Serviceleistungen wie Schneider, Auto- oder Schuhputzdienste. Sogar ein „Recycling“-Abschnitt mit alten Elektroteilen und Kleinteilen ist vorhanden. Alles spielt sich kunterbunt auf der Straße ab. Die Menschen schleppen oft zentnerweise Gewicht auf ihren Köpfen und mit dem Auto hatten wir über eine Stunde gebraucht, mit Schrittgeschwindigkeit durch das quirlige Straßengeschehen zu steuern.

Insgesamt war der Tag in Addis sehr interessant und die Stadt war für eine afrikanische Großstadt überraschend sauber und auch der Smog hielt sich unserer Meinung nach in Grenzen. Um die Luftverschmutzung zu reduzieren, gibt es in Addis seit Ende 2018 einen „Car Free Day“ an jedem letzten Sonntag eines Monats. Hier werden dann die Straßen genutzt, um Fußball zu spielen, Skateboard zu fahren oder andere Outdoor-Aktivitäten auszuüben, was sich bei den Einwohnern an großer Beliebtheit erfreut.

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